Richtung Atar…

 

Ein Sonnenuntergang in Cansado, in der Nähe von Nouadhibou

 

Früh morgens verabschiede ich mich von dem sympathischen Mouadji, der sein Bestes getan hat, um mit einen Internetzugang zu verschaffen.

Danke dir, Mouadji, deine Nettigkeit war rührend!

 

Ich verlasse die Stadt ohne Bedauern. Dabei könnte sie ganz schön sein!

 

Fest entschlossen über den kürzesten Weg nach Atar zu gelangen suche ich die Piste… und bleibe im ersten Dorf im Sand stecken. Ich bin nicht stolz auf mich…

 

Ich schalte das Navi an, das mich prompt zum Anfang der Piste führt

Ich gebe zu, bei diesem Anblick habe ich gekniffen.

Vor allem weil ich allein war. Mit mehreren Autos, warum nicht?

Ich habe also beschlossen über die Straße nach Nouakchott zu fahren. Fast 500 Kilometer.

Und dann Richtung Norden nach Atar zu fahren.

Die Landschaft ?

 

 

Wenn ich euch sage, dass ich hier in der Wüste bin, dann meine ich auch die Wüste! An manchen Orten ist die Straße nicht asphaltiert. Und wenn ihr jemandem hinterherfahrt gibt es das:

 

Und wenn ihr jemandem entgegenfahrt…

 

Am schlimmsten ist es mit den Lastwagen…

 

Ich habe Leute gesehen, die in dieser Wolke überholt haben…

Ansonsten bietet die Landschaft hier und da ein wenig Relief:

 

 

Wenn euch langweilig ist, könnt ihr Gesellschaft bekommen…

Vor der Abfahrt ist es empfohlen seinen Reisepass zu fotokopieren und bei jeder Kontrolle ein Exemplar zu verteilen. Ich habe beschlossen meine Fotokopien zu behalten. Weil das allmählich nervt. Ha! 13 Kontrollen heute. 11 mal diese Unterhaltung:

  • Guten Tag, das Formular bitte (er meint die Fotokopie meines Reisepasses)
  • Ich habe keine.
  • Du hast kein Formular ?
  • Nein !
  • Alles klar, fahr weiter, gute Fahrt!

Warum wohl? Weil sie ohne Formular gezwungen sind, von Hand die Informationen aus dem Reisepass abzuschreiben? Und da die einfachste Lösung auch in diesen Landen die Beste ist…

Ansonsten trifft man auch andere Lebewesen auf der Straße

 

Der Hund, der die Herde bewacht, setzt sich mitten auf die Straße und die ganze Gesellschaft überquert die seelenruhig!

 

Man sieht auch andere Dinge…

 

 

Und immer wieder…

 

Ich habe in Begleitung einer ganzen Flugstaffel von Fliegen gegessen, im Schatten einer Akazie. Wir haben sehr gut gegessen, danke. Vor allem die Fliegen.

 

Apropos Essen, ich muss eines Tages daran denken, etwas Warmes zu mir zu nehmen.

Apropos Nahrung, man darf das hier auf keinen Fall kosten:

 

Die Frucht dieses Baumes, „Tourja“ auf Mauretanisch

 

Und hier sind seine Blumen

 

 „Das ist der Baum des Teufels. Da steckt lauter Teufelszeug drin. Wenn du die Milch trinkst, wirst du wirr im Kopf. Das ist was für Ziegen und Kamele“.

Da bin ich ja mal gewarnt, von (v.l.n.r.) Diarra, Abdallah, Sid Ahmed und Ahmed.

 

 

Übrigens, ist die Wüste wirklich so leer? Hier und da sieht man Zelte

 

Oder „feste“ Bauwerke

 

Und immer noch die Landschaften…

 

Ich wollte den Nationalpark des Banc d’Arguin von Sûden aus besuchen.

Nach 56 Kilometern bin ich im Fischerdorf angelangt.

 

 

Ich habe meinen Apparat weggesteckt und bin gegangen.
Was bringt es, von Abfall umgebene Behausungen zu fotografieren. Diese Leute sind arm, sie wissen es. Ich wollte nicht wie ein Voyeur auftreten. Die Kinder sind um mich rumgestanden „Hast du nicht Geschenk“? Ich habe immerhin dabei geholfen mit meinem Kompressor zwei Reifen eines Autos aufzupumpen. Ein ärmliches Geschenk…

Unterwegs bin ich zwei sympathischen Franzosen aus Toulouse begegnet, sie waren im Sand stecken geblieben.  Das hat mich an etwas erinnert… Das kinetische Seil hat Wunder bewirkt. Sein solches Seil spannt sich an und entspannt sich dann ruckartig, fast wie ein Gummi. Das ist genial!

 

 

Endlich komme ich in Nouakchott an. Immerhin, eine Autobahn!

 

Habt ihr bemerkt, dass jede Lampe ihre Solarzellen hat? Große Klasse! Das Problem ist, dass die Bewohner die Autobahn nicht sehr gewohnt sind. Sie drehen um, fahren in die Gegenrichtung, halten am Straßenrand an… und nicht nur sie.

Ich habe bremsen müssen um folgendem aus dem Weg zu gehen:

 

 

Fünfzig Meter weiter muss ich erneut anhalten

 

Lange genug, um den Sonnenuntergang zu fotografieren

 

Ich gehe davon aus, auf der Straße nach Atar ein Hotel zu finden. Und da ich ziemlich stur bin, gebe ich nicht auf… ich habe eines 250 Kilometer weiter, in Akjouit gefunden!! Also 874 Kilometer durch die Wüste an einem Tag.

Aber das Beste ist mit 100 Kilometer nördlich von Nouakchott passiert.

 

 

Ja, das Foto lässt zu wünschen übrig. Aber man sieht immerhin, dass es sich nicht um Burgunderschnecken handelt, oder? Bis ich den Apparat endlich bereit hatte, waren schon sechs vorbeigelaufen. Das hier sind die Jungtiere. Das muss man erst hinkriegen, ein Foto zu schießen während man auf der Bremse steht!!

Eine Nachtfahrt in Mauretanien, nie wieder!

 

 

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