Ich befinde mich 18 Kilometer südlich von de Saint-Louis, mitten im Busch.

Er heißt Doudou Sow. 50 Jahre alt. Dieses Volk wurde von den Arabern als erstes islamisiert. Es sind sehr fromme Leute. Aus Tradition sind sie Hirten, man kann sie an ihren hochgewachsenen Silhouetten erkennen. Laut der natürlichen Auslese heißt es: je grösser du bist, desto weiter siehst du die Gefahren, die auf deine Herde lauern.

 

 

Er hat einen Master in Physik und Mathematik (das ist wichtig, ihm geht es nicht um das Gerede, wie zu oft in Afrika, sondern um Fakten), er denkt das er sein Glück studiert zu haben (sein Vater war Chauffeur für die Behörden), zum Wohl seines Dorfes einsetzen muss. Sein Cousin Ousmane (diplomierter Informatiker) ist mit von der Partie.

Beide geben ihre komfortable Situation auf und kehren ins Dorf zurück…

Guelack wird zeitweise von halbnomadischen Peuls bewohnt.

Die beiden Männer wollen diese Tatsache ändern, und sie ansässig machen. Damals etwa hundert Hirten. Viehzüchter, nichts anderes. Die Frauen schöpfen die Milch in eine Kalebasse und gehen zu Fuß nach Saint-Louis um sie von Tür zu Tür zu verkaufen. 36 Kilometer hin und zurück !

Gualack 1990, nichts als einige arme Hütten mitten in dieser Landschaft:

Sie sind überzeugt, dass alles von der Bildung abhängt. Sie legen den Familien nahe, jeden Monat eine (winzige) Summe beizutragen, um sie einzubinden.

Die Schule beginnt auf eine Matte auf dem Sand. Dans war in den 90ern. Es folg die Bohrung eines kleinen Brunnens. Die Schultische sind ein weiterer Schritt… Man sagt ihnen, dass das nicht funktionieren wird. Sie geben nicht nach. Eine wahnsinnige Arbeit. Eine leidenschaftliche Arbeit.

Die französische Wohltätigkeitsorganisation Apatam (« Hangar » im togolesischen Dialekt) hilft ihnen.

Danke Gilbert für diese tolle Begegnung!

Ihre Fortschritte erkennend, hilft ihnen der senegalesische Staat ebenfalls. Andere Wohltäter bieten sich an.

Aber sie sind schlau genug, nicht jede Hilfe anzunehmen. Sie wollen unabhängig bleiben und vermeiden, dass die Politiker sich das Projekt unter den Nagel reißen.

Der frühere Präsident des Senegal, Wade, hat sogar, von ihrem Erfolg beeindruckt, gemeint: „Wir brauchen 350 Guelacks im Senegal“.

Aber laut Doudou muss jedes Projekt zwei Eigenschaften entsprechen

 

Bei meiner Ankunft werde ich von Doudou empfangen und umgehend eingeladen, ihr Essen zu teilen, ein Soupokadjié. Das ist ein Gericht aus Palmöl, Reis und Gombo (ein der Aubergine ähnliches Gemüse), getrocknetem Fisch und frischem Fisch. Dazu etwas Salz, Pfeffer, Knoblauch und Paprika und dann einfach warm servieren!

Der Agrararbeiter Ousmane, beobachtet unser Essen aufmerksam.

Seine Djieynaba und er sind sehr nette Menschen.

Genauso wie eine ihrer Töchter, Aminata, mit ihrem schönen Lächeln!

Man stellt mir den Manager des Projekts vor, Ndiack, der mir eine komplette Führung anbietet.

Abends speise ich mit zwei Deutschen, Annika und Nafi, die einen Einheimischen geheiratet hat, Klaas Daouda.

Ja ich weiß, Djieynaba hat sich bewegt!

Na gut, ein zweites!

Djieynaba serviert uns köstliche Lasagne. Da Doudou die Köchin nicht gleich gelobt hat, wurde er sogar ein wenig angemotzt!

 

Die Fortsetzung in der nächsten Erzählung um euch zu zeigen was aus einem völlig abstrusen Projekt wird, wenn es von verantwortungsvollen, intelligenten, vernünftigen und nicht zu egozentrischen Leuten geführt wird!

 

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