Alda

 

Während ich Kamerun verlasse, denke ich darüber nach, in Oyem zu übernachten.

Nicht wegen seinem tollen Stadion.

 

 

 

 

Auch nicht wegen seinen Geschäften, die auf eigenartige Kombinationen setzen.

 

 

 

Aber als ich vor Ort ankomme, drängt es mich, warum auch immer, weiterzufahren.

Ich erreiche also Lambarene um 23 Uhr. Das Auto ist vor der Fahrt gezeichnet.

 

 

 

Ich habe Douala jetzt seit 27 Stunden verlassen und seitdem über 1.000 Km zurückgelegt.

Dazu kommen drei Stunden Zollformalitäten.

Ich habe den Äquator überquert, ohne es wirklich zu merken.

Nach 10 Stunden Schlaf, habe ich heute Morgen begriffen, warum ich das gemacht habe.

Ich musste all den über unzählige Tage angesammelten Frust, die Scherereien, die Enttäuschungen, die unterdrückte Wut, die bürokratischen Quälereien, die täglichen Rückschläge, die Verständnislosigkeit, den inneren Zorn abbauen und vergessen… („Wenn du Kamerun verstanden hast, dann hat man es dir falsch erklärt“).

Ich hatte das Verlangen, all das hinter mir zu lassen, was ich hier nicht erzählen kann („Denk an uns Alain, wir müssen hier weiterarbeiten!“)

 

 

 

Ich musste den eigentlichen Sinn meines Unternehmens wiederfinden.

Das ist geschafft.

Ich fühle mich ruhig, ausgeglichen, zuversichtlich…

Ich habe im Solf Hotel übernachtet, wo man mir einen Freundschaftspreis angeboten hat.

Eine heiße Dusche mit Wasserdruck. Eine unübertreffliche Freude!!!

Dort treffe ich Lionel, einen intelligenten und hilfsbereiten Kerl, der sein Leben lang in Reims für eine Champagnermarke gearbeitet hat.

Nun ja, zugegeben, in Reims ist das normaler als im Senfgeschäft zu sein…

 

 

 

Ab in Richtung kongolesische Grenze.

Ich werde das Haus des Doktors Schweitzer nicht besichtigen, und das aus drei Gründen:

  • Ich hatte es schon zuvor besichtigt
  • Ich versuche, die verlorene Zeit wettzumachen
  • Und… wie Lionel es mit all seiner Weisheit ausdrückt „Man darf mit einer legende nicht scherzen Alain. Doktor Schweitzer ist eine“.

Ich fahre um 15 Uhr 30 los, es braucht 4 Stunden um weniger als 53Mo hochzuladen.

Aber die Glasfaser werden am 6. Juni eingerichtet. (ich habe der Straße entlang die Bauarbeiten gesehen)

Ich nähere mich also der Grenze zu Kongo. Einmal mehr überquere ich den Oogoue. Majestätisch.

 

 

 

 

Die Straße ist perfekt. Der äquatoriale Regenwald unglaublich schön.

 

 

 

doch, die Kontrollposten (Polizei, Zoll, Gendarmerie…)

4 von 5-mal verläuft das Gespräch in etwa so:

  • Kontrolle, bitte zeigen Sie uns die Autopapiere und ihre persönlichen Dokumente, Reisepass und Führerschein; Woher kommen Sie?
  • Ich bin am 23. Dezember mit meinem Geländewagen in Frankreich abgefahren usw. usw.

Darauf folgt 4 bis 5-minütige Unterhaltung mit immer denselben Fragen..

  • Durch welche Länder bist du gefahren?
  • Wohin gehst du nachher?
  • Warum bist du allein?

Dann wird es Zeit, die Plauderei zu beenden; Sonst würde sie wohl nie enden!!

  • Was für Papiere wollt ihr sehen?
  • Nein, das ist nicht notwendig.
  • Was hast du für Geschenke?
  • Mit meinem Zweijahresbudget habe ich kein Geld mehr.
  • Gute Fahrt.

Die Karte auf den Autotüren ist eine große Hilfe.

Es gibt Varianten. Jerry, ein Adjutant, hat auf ein Selfie bestanden.

 

 

Am letzten Kontrollposten hat mir der Sergeant zugerufen „Möge der Herr mit Dir sein und Dein Fahrzeug dich beschützen!“

Das klingt vielleicht dumm, aber seine Aufrichtigkeit rührt mich.

Es kommt zum Regnen.

(siehe das Video am Ende der Erzählung)

 

 

Der Tag geht zur Neige.

 

 

 

30 Sekunden später:

 

 

 

Eine Minute war der Himmel wie eine Wundertafel stockschwarz. Verblüffend.

Ich erreiche das „Stadtzentrum“ von Ndendé. Man hilft mir dabei, ein „Hotel“ zu finden. Dort begegne ich Alda.

 

 

  • Kannst du mir ein Preisangebot machen?
  • Nein, kein Angebot.
  • Ich hoffe, das Frühstück ist inbegriffen.
  • Es gibt kein Frühstück.
  • Gibt es warmes Wasser?
  • Hey, wo glaubst du hier zu sein?
  • Aber es gibt überhaupt kein Wasser.
  • Ab 23 Uhr.
  • Darf ich dich fotografieren?
  • Nur wenn du dafür bezahlst.
  • Geht’s noch?

 

Alda bricht in schallendes Gelächter aus.

 

 

  • Du zahlst, weil ich ein Star bin.
  • Unfug!!
  • Was hast du für Geschenke?
  • Das Foto, das ich von dir machen werde!

 

 

 

Eine echte Type, diese Alda!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.