Achtung: Dies sind keine Ratschläge (wer bin ich schon um irgendjemandem etwas vorzuschreiben?), ich teile lediglich meine Erfahrungen.

Die Entscheidung

  • Warum losziehen?

Vor allem nicht losziehen um vor etwas oder jemandem zu flüchten, denn 5000 km von Frankreich entfernt wirst Du immer noch das selbe Gesicht im Rückspeigel sehen, Deines! Und auch die gleichen Probleme…
Aus einem positiven, wichtigen Grund losziehen! Die Lust auf Erkundungen, Begegnungen, Erzählungen…

  • Wohin gehen?

Ich liebe Afrika, seitdem ich es vor 40 Jahren entdeckt habe. Also Afrika. Und wenn man erst einmal in Djibouti ist, denkt man sich daß Oman nicht weit ist, es wäre also schade… Und in Mascate bietet sich Ihnen Bombay an… deswegen war die Weltreise eine offensichtliche Sache.

  • Wie reisen?

Mit dem Flugzeug? Ich habe 6 Jahre lang im Exportgeschäft gearbeitet und ich muss sagen, dass ich die Flughäfen, die Zollkontrollen, die Boarding-Lounges satt habe…

Mit dem Schiff? Interessant, sehr interssant. Aber ich verstehe nichts davon und ich konnte mir nicht vorstellen es zu lernen das Segel zu hissen und all das…

Bleibt also das Auto. Ich fahre gerne. Seitdem ich 18 wurde, bin ich über 2,5 Kilometer gefahren.

  • Welches Fahrzeug?

Ich habe auf Profis gehört, auf Leute die schon an 15 Dakars teilgenommen haben, die eben erst aus Turkestan zurückkamen… Abenteurer eben! Und sie haben mir zu einem Toyota Hilux geraten.

5,33 Meter lang, man bedenke dass Trumps gepanzerter Cadillac 5,50 Meter misst! Gebraucht. Es ist einer der Begleitfahrzeuge des Peugeot Rennstalls für die Dakar-Rallye 2018. Bereits angehoben. 12.000 Kilometer. Allerdings muss man es vorbereiten. Ja, ja, eine Wasserreserve einrichten, den Bereich unter dem Motor panzern…

Ich habe einen leidenschaftlichen Kerl getroffen, einen Irren, einen Mann mit einem riesen Herz. Ich habe Vincent gefunden.

  • Welche Vorbereitung?

Vincent hat mich beraten. Und Schritt für Schritt hat der Hilux Form angenommen. Er hat das Hard Top abgenommen und einen hölzernen Fußboden eingebaut (in braun auf dem Bild).

Er hat eine Panzerung unter dem Motor angebracht.

Der Besen hat im Hilux nichts zu suchen, ich kann die sensiblen Gemüter da beruhigen!

Einen 90 Liter Wasserreservoir

Einen 100 Liter Kühlschrank, man staune!

Und noch einen Haufen anderer nützlicher Dinge.

Wollt ihr die komplette Liste? Also los!

  • Eine 220 Volt Steckdose (zum Beispiel um den Laptop Akku zu laden)
  • Eine langsam entladende Ersatzbatterie (um die Hauptbatterie zu entlasten und die ganzen Extras zu versorgen)
  • Ein Voltmeter (um zu wissen wie es um diese Batterie steht)
  • Ein Kompressor, ein Manometer (um die Reifen aufzublasen, die auf schwierigen Geländestücken leiden werden, und ein Gebläse um das Innere zu reinigen)
  • Die Leuchtdioden (natürlich um klare Sicht zu haben)
  • Eine große Schublade (um all die Dinge aufzubewahren, die ich mich gezwungen fühle mitzunehmen)
  • Eine Stahlplatte auf der hinteren Luke (um mein Essen zu richten)
  • Ein Zigarrenanzünder (um mir mit dem Brummifahrer-Wasserkocher einen Tee zu kochen)
  • Ein Dachgepäckträger (für das zweite Ersatzrad)
  • Eine kleine Duschvorrichtung (für das Wasser aus dem Reservoir) und für das Entleeren desselben Reservoirs
  • Haken (um mein Gepäck festzumachen)

Vincent ist so durchgedreht, dass ich Euch diese Anekdote einfach erzählen muss: der Hilux sollte am 31 Oktober am Nachmittag fertig sein.

An diesem Nachmittag hat mir Vincent eine SMS geschickt: „Du kannst ihn um 2 Uhr abholen“; Ich dachte es wäre ein Scherz und habe mich schlafengelegt.

Um 1 Uhr Nachts empfange ich eine weitere SMS: „Komm mir helfen, dann geht es schneller“. Überrascht und kaum wach habe ich mich angezogen und bin gegen 2 Uhr in der Werkstatt eingetroffen.

Zusammen haben wir bis 5 Uhr gearbeitet!!! Das Beste ist, dass er um 2Uhr30 meinen Kumpanen Valentin angerufen hat: „Wo hast du meine Glockensäge hingetan?“ Und der andere antwortet ihm mir nichts dir nichts, kaum verwundert: „im grauen Regal“! Das folgende Foto wurde um 2 Uhr 37 in Montaigu aufgenommen.

Natürlich ist das nicht Vincents bestes Profil!

  • Welcher Weg?

Ich bin das so angegangen (nochmal, ich behaupte nicht dass das optimal ist, ich lege es Euch nur da…)

Ich habe zuerst einen theoretischen Weg ausgearbeitet. Auf Goggle Maps habe ich eine Route gezeichnet. Das war einfach aber dämlich. Dämlich weil ich die Sehenswürdigkeiten nicht berücksichtigt habe! Wer würde schon nach Indien fahren ohne das Taj Mahal zu sehen! Zu Hause angekommen sagt du dann: „Es lag nicht auf meinem Weg“.

Also habe ich Land für Land die Sehenswürdigkeiten aufgelistet. Dazu nimmt man Websites wie Guide du Routard, Petit Fûté… simpel! So habe ich einen zweiten Weg ausgearbeitet indem ich alles weggelassen habe was zu große Umwege bedeutet hätte und die unumgänglichen Stätten eingebaut habe.

Aber mein Umfeld hat sehr darauf gedrängt, dass ich auf Sicherheit achte, deswegen bin ich auf die Website von France Diplomatie gegangen (abhängig vom Außenministerium) um die Karte mit der Sicherheitsstufe für jedes Land zu studieren (siehe Karte)

Deswegen gehe ich nicht nach Tambao! (ganz oben auf der Karte), obwohl es dort eine der größten Manganminen der Welt gibt.

Generell habe ich die roten Gebiete vermieden. Deshalb endet meine Fahrt durch Afrika in Djibouti. Danach kämen Eritrea, der Sudan… und dort ist es wirklich brenzlig. Ich möchte nicht aus meiner jüngsten Tochter zu schnell eine Waise machen… übrigens, das ist sie:

Also habe ich einen dritten Weg entworfen!

Dann habe ich die Kilometer gezählt (Google Maps ist nützlich) um ausgeglichene reisetage zu haben. Es fing an Gestalt anzunehmen.

Auszug

1. Kolonne die Stadt oder der Ort. Dann das Land. Das Datum an den ich dort sein werde. Die Kilometeranzahl. Der Interessenwert, von 0 bis 3 grünen Feldern. Schließlich die geschätzte Zeit. Und, falls nötig, der Zoll.

  • Welche Dauer?

In Anbetracht der großen Anzahl an Ländern, die ich besuchen wollte (wenn man in Südafrika ist, ist es denke ich eine Schande nicht nach Lesotho zu fahren: schau im Internet nach der Suni Pass, das ist eine der zehn mythischen Straßen der Welt), hätte diese Reise problemlos für drei Jahre planen können. Ich habe mich auf zwei Jahre beschränkt, das ist schon gar nicht schlecht. Zwei Jahre in Folge werde ich also den Beaujolais Nouveau verpassen. Dreimal wäre unerträglich gewesen! („Dieses Jahr schmeckt er nach Banane“ von wegen!)

  • Welche Dokumente?

1.Der Reisepass

  • Meine kleine Reise wird mich immerhin durch 89 Länder und 3 französische Territorien führen. Das macht viele Stempel! Und wenn ich in irgendeinem Land im Nirgendwo bin und ein Visa brauche, dann wird ein zweiter Reisepass fällig. Und hier fangen die Probleme an!- Guten Tag Frau Rathausbeamtin, ich möchte einen Reisepass.– Haben Sie keinen?– Doch, aber ich brauche zwei.– Das geht nicht. Nächster bitte.Ich erspare Euch die Details, ein Ausflug nach Le Mans, endloses Verhandeln (wohl um mich auf Afrika einzustimmen…) Wie dem auch sei, ich zeige Euch mit großer Freude dieses Foto:
  1. Der internationale Führerschein

In manchen Ländern reicht der französische Führerschein nicht aus.

– Nochmals guten Tag, Frau Rathausbeamtin. Ich möchte einen internationalen Führerschein.

– (sichtlich erleichtert) Das machen wir nicht mehr. Gehen Sie zur Präfektur der Vendée.

– Guten Tag Frau Präfekturbeamtin. Ich möchte…

– (mit etwas dümmlicher Zufiredenheit). Das machen wir nicht mehr. Die Präfektur in Nantes ist für ganz Frankreich zuständig!

Ich schicke denen also meine Unterlagen mit Fotos, den Formularen…

– Hallo, guten Tag Frau Beamtin der Präfektur in Nantes, es geht um meinen Führerschein.

– Mein Herr, Ihre Anfrage wurde angenommen, Sie erhalten in wenigen Tagen eine Antwort.

– Danke Madame.

In der Tat habe ich wenige Tage später meinen internationalen Führerschein erhalten. Und da sage ich mir, dass der öffentliche Dienst, wenn er denn effizient ist, gut funktioniert.

Drei Wochen später erhalte ich einen weiteren Brief der Präfektur in Nantes, mit… einem zweiten internationalen Führerschein!! Mit der gleichen Nummer wie der Erste!

Ihr glaubt mir nicht? Schaut!

Kein Wunder dass er mir so teuren Impfungen den Hals voll Hat

3.Der internationale Impfpass

Ich habe mich spät darum gekümmert, sehr spät (weil ich keine Spritzen mag und den Schreckensmoment hinauszögern wollte!)

Aber in Anbetracht der Reiseziele habe ich mich gegen folgendes impfen lassen:

  • Diphterie
  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Poliomyelitis
  • Typhus
  • Hirnhautentzündung
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Tollwut (ein englischer Tourist ist vor kurzem in Marokko nach einem Katzenbiss an der Tollwut gestorben)
  • Gelbfieber (in Afrika kann jedes Fieber ein Gelbfieber sein)
  • Japanische Enzephalitis (ich wusste nicht einmal dass es das gibt. Als ich dem Doktor gesagt habe „aber ich fahre nicht nach Japan“, hat er gelacht)
  • Leptospirose (das ist die Kanalarbeiter-Krankheit, sie wird durch Ratten übertragen)
  • Meiningokokken
  • Cholera („Die Cholera schlägt in Zimbabwe wieder zu“, La Croix vom 14. Sptember 2018)
  • Und… Grippe!

Ich habe keinen Impfstoff gegen Nervensägen gefunden, sonst hätte ich die Gelegenheit genutzt…

Was macht das alles also aus? Ehrlich gesagt nichts. Die Nadeln haben nicht entwickelt und der Impfstoff brennt nicht so wie früher. Aber es macht einen sehr müde. Wenn ich es nochmal machen würde, dann mindestens ein Jahr im Voraus!

Finanziell tut es schon mehr weh! Nichts wird zurückerstattet! Allein die Leptospirose-Impfung kostet über 240 €. Damit sich das lohnt sollte ich besser auch von einer Ratte gebissen werden!!

4.Das CPD

Das ist DIE schlechte Überraschung dieser Vorbereitungen: Das Carnet de Passage en douane. In einigen Ländern ist es obligatorisch. In anderen wird es schwer empfohlen. Es dient dazu, Fahrzeugschmuggel, der den Gebühren der durchfahrenen Länder entgehen würde, zu unterbinden. Vom Prinzip her gibt es da nichts zu sagen.

So etwas beantragt man beim französischen Automobilclub.

Gegen Kaution.

Ah? Wie viel Kaution?

Je nach dem Wert des Fahrzeugs.

Es ist nicht viel wert gute Frau!

Sie schauen auf der Webseite des ARGUS vorbei, man nimmt ihnen 7,99 € ab und dann wissen Sie den Wert. Dann zahlen Sie uns per Bankscheck oder durch Überweisung 150% des Fahrzeugpreises.

Ich habe geschrien, mich aufgeregt, gedroht einen Skandal zu veranstalten… und dann bin ich zu meiner Bank gegangen damit sie mir das Geld ausleiht…

Fazit: wer eine Weltreise unternimmt sollte mit dem Tretboot oder mit Rollschuhen oder einem Kiteboard fahren

ABER NICHT MIT DEM AUTO!!

5.Die Karten

Aber na ja, da ich nicht Rollschuhfahren kann, nehme ich trotzdem das Auto.

„Schau auf Waze, nimm einen TomTom, Google Maps…“

Alle haben sie Recht. Aber ich ziehe es vor mit Karten auf Nummer Sicher zu gehen. Um es nicht wie meine Tochter zu machen: „Warum biegst du links ab, das ist eine Einbahnstraße?“, „Papa, ich fahre dem Navi nach!“

Die meisten dieser Karten habe ich an einem tollen Ort gefunden: dem Vieux Capmeur.

– Guten Tag der Herr, ich möchte die Karte von Papua-Neuguinea.

Drittes Regal, zweite Reihe!

– Und haben Sie auch die Salomon Islands?

Nächstes Regal, dritte Reihe.

Da war der gute Alain beeindruckt!!

  • Welches Material?

Die Fotos

Ich habe wie manch anderer machen wollen. Ich habe meine Fähigkeiten nicht berücksichtigt und mir einen Panasonic HG5S mit einem Leika Objektiv gekauft…

Ich habe das Handbuch gelesen, mir Beispielvideos angesehen, und nach 17 Tuben Aspirin… habe ich ihn einem leidenschaftlichen Fotografen geschenkt!

Wie schon meine Großmutter sagte: „ Man sollte den Mund nicht zu voll nehmen!“

Zusätzlich habe ich eine Drohne gekauft. Die beste, glaube ich. Da habe ich keine schlechte Wahl getroffen (man kann nicht alles vermasseln!)

Es handelt sich um einen DJI Mavic Combo Platinium, den sogar ich steuern kann!

In einer Höhe von 154 Metern über dem Strand von Saint Hilaire de Riez (Vendée) habe ich das aufgenommen: (Jawohl!)

Ein 180 Grand Foto, das dieses Prachtstück alleine zusammenstellt. Ist doch toll, oder?

Außerdem habe ich mich mit einer Go Pro für Unterwasserbilder ausgerüstet.

Aber nicht nur das.

Es nützt auch um sie an der Karosserie zu befestigen und den Fernauslöser zu betätigen.

Fortschritt macht Spaß!

  • Welche Kleider?

In etwa solche

Mit einem Bild dieser hoch inspirierten Visage beende ich die Rubrik „Vorbereitungen“!

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